Samstag, 6. Dezember 2008

Telekom Austria trennt sich von Osteuropa-Töchtern

Mangelnde Rentabilität bewegt Telekom-Konzern zum Rückzug

Telekom Austria will schlanker werden - Die Telekom Austria http://www.telekom-austria.at hat mit 1. Dezember ihre beiden Töchter Telekom Austria Czech Republic und die slowakische eTel an den tschechischen Internet- und Datenanbieter Dial Telecom verkauft. Da die Telekom Austria Probleme im Festnetzsegment hat, will man im Ausland nur noch beim Mobilfunk
expandieren, so ein Brancheninsider.

Die Telekom Austria Czech Republic bietet neben Festnetz- auch Internetdienste unter der Marke Volny an und zählt eigenen Angaben nach Ende 2007 rund 135.200 Kunden. Allein im Vorjahr konnten sich die Tschechen über einen Anstieg der Umsatzerlöse um 26,1 Prozent auf 30,6 Mio. Euro freuen. "Obwohl die Telecom Austria im Frühjahr 90 Mio. Euro für 100 Prozent an der eTel-Gruppe bezahlen musste, scheinen sich die Geschäfte in Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei nicht in dem Maße gewinnbringend ausbezahlt zu haben.

Wie tschechische Medien berichten, wurden beide Verkaufstransaktionen bereits vollständig abgeschlossen. Zum vereinbarten Kaufpreis wollte sich die Telekom Austria auf Nachfrage von pressetext jedoch nicht äußern. Obwohl die Österreicher zu den beiden Verkäufen bislang keine weiteren Informationen zur Verfügung gestellt haben, wird bereits darüber spekuliert, dass der Konzern den Verkaufspreis bei der Präsentation der Zahlen für das vierte Geschäftsquartal bekannt gibt.
Der Käufer beider Gesellschaften gilt in der Branche als gut am Markt positioniert. "Dial elecom verfügt über eine ausreichende Infrastruktur, die wichtig ist, weil mit der Telekom Austria Czech Republic im Verbund zusammengearbeitet werden soll", erklärt der Insider im Gespräch Zusammen mit der Telekom Austria Czech Republic sowie der eTel positionieren wir uns als starken Marktplayer", zeigt sich Dial-Telecom-CEO Aleš Zeman im Gespräch mit pressetext überzeugt. Langfristiges Ziel sei es, Dial Telecom in den boomenden Emerging Markets als omplettanbieter zu etablieren und über eigene Netze eigene Services anzubieten, erklärt Zeman weiter. An den beiden Marken Dial Telecom sowie Telekom Austria Czech Republic will der CEO hingegen nicht rütteln.